Ozeanien

 

Oban - Stewart Island (New Zealand) - Januar 2013

 

New Zealand - White Island

 

Geographie

  • 37°31'0" South, 177°11'0" East
  • höchste Erhebung: Mt. Gisborne 321 m
  • aktiver Inselvulkan
  • letzte Erruption: 09.12.2019, 14:11 Uhr Ortszeit, mehrere tote und vermisste Touristen
  • 48 km nördlich der Küstenstadt Whakatane, Bay of Plenty (Pazifischer Ozean)
  • Insel im Privatbesitz seit 1936, Eigentümer: Buttle Family Trust (Familienstiftung)

Geschichte

Die Entdeckung

Die Insel wurde am 01. Oktober 1769 von James Cook entdeckt, er war aber nie auf der Insel. Als Cook durch die Bay of Plenty segelte, entdeckte er am Horizont eine Insel, die in weißem Dampf steckte, deshalb nannte er sie White Island. Er erkannte auch nicht, dass es sich um einen aktiven Vulkan handelte.

Portrait von James Cook, 1837 entstanden nach seinem Tode. Künstler: William Holl (1771-1838). National Library of Wales

Karte von James Cook, 1770

Die Eingeborenen nennen die Insel Te Puia o Whakaari, oder einfach nur Whakaari, was soviel wie "Dramatischer Vulkan" bedeutet. White Island ist Neuseelands einzige ständig aktive Vulkaninsel und liegt direkt auf dem pazifischen Feuergürtel.

Ansicht vom 22.10.1844, Künstler unbekannt. State Library of New South Wales, Australia

Der Ausbruch von 1914

Am 10 September 1914 kam es zu einer gewaltigen Erruption auf White Island, die noch auf dem Festland bei Opotiki spürbar war. Das Inselinnere wurde unter Tonnen von Schlamm und Felsbrocken begraben. Die Arbeiter der Schwefelmine wurden vom Ausbruch überrascht und kamen ums Leben. Die Quellen sprechen von 10, andere von 11 Toten Minenarbeitern.

Am 28. September 1914 begab sich der Mineninspektor Matthew Paul mit 10 weiteren Mitarbeitern auf die Insel, um nach den vermissten Arbeitern zu suchen, leider ohne Erfolg. Lediglich eine Katze (Peter The Great) wurde 3 Wochen später gefunden, die das Inferno überlebte. Ein Telegramm von M. Paul gibt Aufschluss über die vermissten Minenarbeiter.

Urkunde: Archives of New Zealand

 

demnach wurden vermisst:

A.J.McKim, S.Young, D.McMurtrie, J.Byrne, R.Chappell, R. Lamb, H. Williams, W. Donovan, A. Brennan, R. Waring, L. Kelly. Über den Verbleib von Waring und Kelly konnten keine Aussagen getroffen werden.

27.12.1913 2 Boote ankern vor White Island

Die letzte Periode des Schwefelabbaues war zwischen 1923 und 1933.

1936 erwarb dann George R. Buttle die Insel.

1953 wurde die Insel als "Private Scenic Reserve" deklariert, befindet sich aber nach wie vor im Besitz der Familie Buttle.

...wenn Unwirtlichkeit einen Namen hätte, müsste sie White Island heißen.

Am 01. November 2012 besuchten wir die Vulkaninsel White Island, Von Rotorua flogen wir mit einem Hubschrauber von "Vulcanic Air Safari" hinaus zur Insel. Vor und nach unserem Besuch wurde die Insel von starken Erruptionen erschüttert.

wir starten

Rotorua von oben

vor uns der Lake Okareka, hinter der Landzunge der größere Lake Taravera und am Horizont vor uns der Mt. Taravera

Auf unserem Weg nach White Island überflogen wir auch den zur Zeit ruhenden Vulkan Mt. Taravera, den wir bereits im Dezember 2001 bei unserer ersten Reise nach Neuseeland bestiegen haben.

Der Mt. Taravera brach am 10. Juni 1886 das letzte mal aus und begrub das Dorf Wairoa unter seiner Asche. Zahlreiche Menschen starben bei diesem Unglück, obwohl sich der Ausbruch durch Abnormalitäten in den umliegenden Seen bemerkbar machte.

der Krater des Mount Taravera

zeitgenössische Darstellung des Ausbruches aus der Sicht des Dorfes Wairoa. Gezeichnet von Charles Blomfield (1848-1926) im Jahre 1888

Das Gebiet um Rotorua ist bekannt durch seine erhöhten vulkanischen Aktivitäten

Kiwiplantage mit Windschutzhecken

vor uns die Bay of Plenty

Anflug auf White Island: Wir fliegen direkt auf die Crater Bay (Te Awapuia) zu, links davon Otaketaki mit der Tölpel (Gannet) Kolonie

Landung an einem sorgfältig "sicheren" Platz auf der Insel, nahe der "Hot Springs Area"

der immer aktive Kratersee

an besonders exponierten Stellen müssen wir wegen der giftigen Schwefeldämpfe Atemmasken tragen

vor uns: der Krater

"Fluss"

zwischen Pinnacle Head (links) und Troup Head (rechts) an der Wilson Bay stehen unsere Hubschrauber, ganz nahe der Stelle, wo im Dezember 2019 der Ausbruch stattfand

Geonet New Zealand hat die komplette Insel mit Messgeräten bestückt, so können kleinste Veränderungen nachgewiesen  und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Am Tag werden auf der Insel bis zu 1000 Erdbeben registriert, von denen viele allerdings so schwach sind, dass wir sie nicht bemerken.

Quelle: Geonet New Zealand

Der Vulkan ist wieder auf Level 2, normalerweise ein Stadium, wo Besucher wieder zugelassen werden. Es bleibt aber abzuwarten, wann überhaupt wieder Besucher mit dem Boot oder dem Hubschrauber auf die Insel dürfen. Meiner Meinung nach, sollte zukünftig außer den Wissenschaftlern niemanden mehr der Zutritt auf die Insel gewährt werden.

Quelle: Geonet New Zealand

Messprotokoll: 09.12.2019 nach dem Ausbruch

hier stehen wir auf der Stelle, wo im Dezember 2019 der Ausbruch stattfand

die "Fließgewässer" der Insel, stinkender Schwefelschlick

Blick in die "Todeszone", nur wenige Meter vor uns

Am Rand das Kratersees, weiter geht es nicht

 

Im Hintergrund eine der zahllosen Fumarolen auf der Insel. Hier wird Wasserdampf der mit Schwefel angreichert ist mit einer Temperatur von 200 bis 800 Grad ausgestoßen. Äusserste Vorsicht ist hier geboten.

 

seltsame bizarre Kristalle

in der Nähe der Fumarolen treten ätzende Schwefeldämpfe aus, die uns veranlassten, eine Schutzmaske zu tragen

Reste vom letzten Ausbruch

die Club Rock Felsen sind White Island vorgelagert

...überall ausgelaugtes Treibholz mit bizarren Formen

unsere beiden Piloten

Messgeräte von Geonet

Schwefelbrocken

Reste der alten Schwefelminengebäude, diese wurden bis Mitte des 20.Jahrhunderts noch von Wissenschaftlern und Vulkanologen genutzt bis sie dann einem der zahlreichen Ausbrüche zum Opfer fielen

Rückflug über den Kraterrand

North East Point

wir passieren die Küstenlinie der Bay of Plenty

im Geländerelief sind überall die vulkanischen Strukturen zu erkennen

wir überfliegen den Flugplatz von Rotorua

Im Lake Rotorua liegt die mystische Insel Mokoia, die in der Sagenwelt der Maori eine besondere Rolle spielt

Damit endet ein Erlebnis der besonderen Art.